Retrospektive I

Befreiung

Nur Deine Augen können mich entzücken.
Ich kann nicht leben ohne Dich zu sehen,
Und dennoch muss ich immer wieder gehen;
Ohn‘ Dich in eine andre Welt entrücken.

Ein einz’ger Blick genügt mich zu beglücken,
ermöglicht mir ein tieferes Verstehen.
Auf Deinen Lippen liegt ein leises Flehen,
will mich im Innersten erdrücken.

Durch Dich in ew’ger Einsamkeit gefangen
Spür ich hier nun des Nichts Unendlichkeit.
Das Leiden lässt sich länger nicht ertragen.

Mein Herz beschleicht ein klammernd Bangen,
So such ich Rettung durch Entschlossenheit.
In tausend Stücke will ich Dich zerschlagen.

Ein Sonett, welches ich vor 12 Jahren im Literaturkurs in der Schule schrieb. Mit nicht ganz konstantem Metrum. Mein damaliger Lehrer ist kurz nach meinem Abitur sehr plötzlich verstorben. Ich habe ihm sehr viel zu verdanken, er war Inspiration und Ansporn und hat mein Interesse an Literatur und vor allem Lyrik verstärkt. Ihm widme ich die digitale Version meiner damaligen Arbeiten.