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Alpha und Omega

Da warst Du voller Leben.

Mit Neubeginnen und Abschieden,
mit Herzklopfen und Herzschmerzen,
mit Lachen und Weinen.

Ich mochte Dich gern, 2017.

Du hast es gut mit mir gemeint und mich erneut so viel entdecken lassen – über mich und in der Welt. Ich war hier schweigsamer und im Leben lauter. Ich habe mich so über die Leidenschaft und das Glück gefreut, dass Du für mich in diesem Jahr bereit gehalten hast. Und ich habe in diesem Jahr meine Grenzen kennen gelernt. Horizonte, die ich erreicht habe und die ein Ende markierten.

Ich weiß nicht, was 2018 bringt, nur so viel: Es wird ein Jahr der Veränderung. Mal wieder, immer wieder. Ich wünsche mir dafür Mut und ein offenes Herz. Und die Geduld mit mir selbst, wenn meine Gedanken schon viel weiter sind und mein Herz noch einmal zurück blickt.

Ich wünsche uns und Dir und mir ein frohes, friedliches, entdeckungsreiches neues Jahr.

Mein Vorsatz für das neue Jahr – wer könnte es schöner schreiben als Rainer Maria Rilke:

Über die Geduld

Man muss den Dingen
die eigene, stille
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann,
alles ist austragen – und
dann gebären…

Reifen wie der Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.

Er kommt doch!

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind, als ob die Ewigkeit
vor ihnen läge,
so sorglos, still und weit…

Man muss Geduld haben

Mit dem Ungelösten im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antworten hinein.

Girl Power

Die wunderschöne, grazile und enorm vollbusige Emily Ratajkowski (Schauspielerin, Model und u.a. zu sehen im Video zu Blurred Lines) schreibt in den fantastischen Lenny Letters darüber, was es heißt sexy zu sein und als fleischgewordener Männertraum die eigene Sexualität auszuleben.

Baby Woman by Emily Ratajkowski

Ein zarter, ernster und gleichzeitig sehr nachdenklich machender Einblick in die Seele einer schönen Frau, der ihre Schönheit nicht nur Türen öffnet; im Gegenteil. Emily kämpft nach wie vor damit ihre Balance zwischen ihrer eigenen Sexualität und dem Außenbild zu finden: I wish the world had made it clear to me that people’s reactions to my sexuality were not my problems, they were theirs.

Auch Edition F hat sich mit den Labeln, die einer selbstbestimmten Frau schnell verpasst werden, beschäftigt: Urteilsgarantie

Emily stellt in ihrem Text am Schluss eine zentrale Frage: Honoring our sexuality as women is a messy, messy business, but if we don’t try, what do we become?

In diesem Sinne: Seid stark, seid sexy und lebt Eure Sinnlichkeit. Seid mit ganzem Herzen, Körper, Seele Frau. Und lasst Euch nicht verunsichern, wenn Euer Selbstbild nicht in das Bild, was andere von Euch haben möchten, passt. Das ist nicht Euer Problem, es ist das Problem der anderen.

Schande

Es ist egal was Du
bist,
solange Du nicht
isst.

Zuviel, zuwenig,
es gibt ein Raster.
Wer nicht passt,
hat Laster,
die es auszumerzen,
einzudämmen,
zu kurieren
gilt.

Dem ist Einhalt zu gebieten,
dem Uferlosen,
Ungezähmten,
Unkontrollierten.

Es ist eine Schande,
wenn das Individuum,
über die Norm
ufert.
Sich Freiheit nimmt.

Faul.
Zügellos,
unbeherrscht,
unberechenbar.
Eigensinnig.

Eine Gefährdung,
für die Ordnung,
für das Wohl,
für die Gesellschaft.

In der nicht zählt,
was Du bist.
Sondern,
wie viel Du isst.

#stopbodyshaming #embracevariety

Die Religion des Essens, erschienen in der ZEIT