Monthly Archives: Februar 2017

Surfen

Ich zog mich zurück,
aus allem was war.
Ob das denn ginge,
wollten sie wissen.

Es geht hervorragend,
erwiderte ich.
Wenn sich eine Welle des Wechsels
vor Dir auftürmt,
dann nutze ihre Kraft.

Lass los,
was nicht mehr bei Dir bleiben soll.
Was Dein Herz umklammert,
und Dir seine Schläge diktiert.

Lass Dich fortreißen,
mit der Macht des Wandels,
tritt aus dem Trott.

Und dann liegst Du an Land,
nass und erschöpft,
und spürst,
wie die Hoffnung wieder in Dir
zusammenwächst.

Wie sich dunkle Abgründe
mit Brücken füllen,
wie Zartheit wächst.
Und Du weißt,
Du hast sie wieder:

Deine Verletzlichkeit.

Begegnungen: Die Liebe

Es war Zufall, so wie immer. Du sagst, Du hast mich gleich erkannt. Daran, dass plötzlich die Welt still gestanden ist. Du hast Dich verliebt, in meinen Gang, in meine Kurven, in mein Lächeln. Wir stehen vor dem Kaffeewagen in der Schlange und sind schüchtern. Erzählen schnell und verhaspeln uns mit Worten. Wir entdecken – wir sind uns näher als wir ahnten. Es ist Frühling und ich teile mit Dir die Bank unter Linden. Die Geräusche um mich sind gedämpft und ich ahne noch nicht, dass auch ich Dich lieben werde. Mein Blick hängt an Deinen Lippen, sie sind spröde, trocken, aufgeplatzt. Ich frage mich, wie sie schmecken. Es wird das erste Mal sein, dass ich spüre wie es ist gesehen zu werden. Geliebt. Wenn ich in Deinen Augen fantastischer bin, als ich es je zu träumen wagte. Perfektion – in all meinen Fehlern. Wenn ich die Macht spüre, Dich schweben zu lassen. Wie berauschend das Gefühl ist, wie heimlich unsere Begegnungen, wie ausgehungert die Berührungen. Wie fahrlässig das Zusammensein. Deine Liebe hat Spuren hinterlassen, die ich heute noch sehe. Die schwach in der Dämmerung auf meiner Haut glitzern, auch wenn Du schon lange fort bist. Es ist eine Liebe, die sich in ihrer Blüte auflöste. Wie ein Schmetterling hinter Glas, nicht mehr lebendig. Konserviert in ihrer Schönheit, für immer.