Monthly Archives: September 2016

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Ich steh am Fenster und lausche dem Regen,
rieche den Herbst und sehe noch satt grüne Bäume.

Meine Teetasse wärmt meine Hände und es
ist so friedlich im Zwielicht des Abends.

Ich würde mich jetzt gerne zurück lehnen,
die Ruhe teilen und vertiefen.

Ich würde gern das satt zufriedene, banale,
Glück des Wochenendes
zeigen und empfangen was rastlos macht,
um Hafen zu sein und Geborgenheit borgen.

Mein Herz ist voll und quillt über in diesem Moment,
aber da ist niemand der empfängt
in diesem Moment.

Und so bleiben Tasse, Baum und Regen,
die Begleiter an diesem Herbstabend.

Und die offene Frage,
die schon so lange im Raum steht,
folgt mir leise auf die Couch.

Zwiegespräch

Ich trau’ mich nicht, sagt der Kopf.

Warum denn nicht?, fragt das Herz.

Weil ich nicht weiß, ob sich das Risiko lohnt, grübelt der Kopf.

Was für ein Risiko denn?, will das Herz neugierig wissen.

Dass ich es bereuen werde, resümiert der Kopf.

Hm…, überlegt das Herz.

Der Kopf schweigt. Das Herz pocht.

Ich bin für das Fühlen zuständig, Du für das Nachdenken. Sag mir, haben wir denn etwas bereut, wenn wir etwas gewagt haben?, sinniert das Herz.

Nein. Das haben wir bisher nie, findet der Kopf heraus.

Siehst Du, ich fühle auch keine Reue, wenn Du etwas wagst. Ich kann es kaum erwarten herauszufinden, was das Neue mit mir macht. Denn ich vertraue Dir und Deinen Entscheidungen. Du denkst an mich, freut sich das Herz.

Weil ich Dich brauche! erkennt der Kopf. Ohne Dich macht es keinen Spaß und mit Dir ist es bunt.

Dann bleib bei mir und ich bei Dir und uns kann gar nichts passieren, ermutigt das Herz.

Herz, es tut gut, wenn Du entscheidest, wenn ich es nicht kann, erkennt der Kopf.