Monthly Archives: Juli 2016

Abendstimmung

Und dann ist da gerade,
so eben mal plötzlich,
aber doch langsam
über Wochen
diese entspannte Ruhe
in mein Leben getröpfelt.

Wie eine Katze
in der warmen Abendsonne,
so fläzt sich mein innerer
Sturm.
Nicht einmal ein sanfter Windhauch
rüttelt an den Grundüberzeugungen.

Schön ist es,
so ruhig zu sein.
Zufrieden mit dem Nichts
und gleichzeitig so reich im Erleben.
Und neben dem Sturm ist auch
der Drang
gerade verschwunden.
Und ich plätschere in den Stunden
Lebenszeit,
dümple auf den Wellen,
der allgemeinen Erregung
ohne selbst erregt zu sein.

Willkommen Zuhause,
sagt meine Seele und lächelt.
Schön, dass Du wieder da bist.

Keine Worte

Keine Worte finde ich für Dich,
der Du vor mir und vor dem Leben fliehst.
Fliehst Du,
oder scheust Du nur,
die Worte,
die sich widerspiegeln können
und Dir einen Spiegel vorhalten,
Deiner eigenen Sprachlosigkeit.

Nichts hast Du zu sagen,
zum Wert der geschenkten Zeit,
zum Wert Deines Gegenübers,
wenn Du Dich wortlos umdrehst,
und gehst und stehen lässt,
was noch nicht einmal begonnen hat.

Ich weiß nicht,
wo darin der Sinn steckt.
Ich verstehe Dich nicht,
und genau das lässt mich länger grübeln,
über Dich,
und die Leere,
die Dich so laut umgibt.

Ohne Worte gehst Du durchs Leben,
wie willst Du die Schönheit beschreiben,
wie willst Du sie begreifen,
die Dich in den Momenten umgibt,
denen Du wortlos entgehst?

Beinah – Clueso

Bei dir zählt nur was zu gewinnen ist
Du willst alles haben
Und du zielst auf jedes Hindernis
Mit offenen Armen
Wenn du spielst geht nebenbei so viel kaputt
Doch das macht dich an
Was du suchst so bald du’s gefunden hast
Ist alles getan

Beinah!
Hättest du auch noch mich bekommen,
Das ist schon nicht schlecht
Beinah!
Wär ich dir nicht entkommen
Doch ich bin weg
Beinah!
Hättest du auch noch mich bekommen
Das verdient Respekt
Doch nur
Beinah!
Wär’ ich dir nicht entkommen
Tja; so ‘nen Pech!

Ich lass dich gern in deiner Welt allein
Wie kann jemand so hübsches nur so häßlich sein
Du kriegst was du willst, willst alles und nimmst noch mehr
Doch ich lauf dir jetzt nicht mehr hinterher
Weil du nur mit falschen Farben malst
Hab ich ein Bild von dir, das nicht mehr strahlt

by Clueso

Lovers truth

The experience you made is part of who you are and what you wanted to experience. It made you the current person. There is no need to be ashamed.

The need to feel desired is natural. To be desired is something beautiful, desire can be sexual and physical or something you feel deep in your heart. Love. There is nothing wrong in wanting to be desired in all these kind of ways. The fact that you enjoy being desired is normal. And I am sure if time goes by, your desire will develop into love. And you will accept it. So no need to be ashamed of wanting to be desired and searching for it. Enjoy the journey. No need to be ashamed of your past. As it made you who you are now.

Nothing satisfies you as good as your fantasy, except when dreams come true, you never knew you were dreaming about. Fulfilling your desires will not mean you will feel satisfied. Before you know it you will desire the next best thing.

Sexual passion is fueled by unfulfilled desires. If you have seen it all you will loose your passion. But you have to live some desires, experience some to keep your passion alive.

Cogito ergo sum

Nehmen wir einen intelligenten Menschen. Seine Intelligenz wird durch Leistung (ob schulische Noten, exzellente Arbeitsergebnisse oder brilliante Forschungsergebnisse) zertifiziert. Eventuell erhält der Mensch weitere Zertifikate seiner Exzellenz, zum Beispiel entsprechende Stipendien oder Jobangebote, an die jeweils ein Auswahlverfahren geknüpft ist, in dem der intelligente Mensch andere Mitbewerber hinter sich lässt.

Ein solcher Mensch, der wird sich im Laufe seines Lebens an Perfektion gewöhnen. Weil ihm bisweilen sein Ruf voraus eilt und Exzellenz also von ihm erwartet wird, gleichsam weil er dies vielleicht selbst von sich erwartet. Nur das Beste ist gut genug und Perfektion wird zum Alltagsgefühl. Außerdem wird er sich daran gewöhnen, öfters die besseren Argumente zu haben, vielleicht auch daran, dass ihm Wissen schneller zugänglich ist und er somit im Miteinander bisweilen im Vorteil ist. Vielleicht gewöhnt er sich auch an die Anerkennung, die er für seine Ausdrucksweise, seine Gedanken oder seine Art zu handeln erhält.

Wissen und Erkenntnis werden so wertvolle Güter im Selbstverständnis des intelligenten Menschens. Und ebenso die Sicherheit sich Wissen aneignen zu können und Erkenntnis zu erlangen. Der intelligente Mensch kann sich so daran gewöhnen, es schlussendlich “besser” als viele seiner Mitmenschen zu wissen: weil ihm das durch seine Erfahrung im Umgang mit anderen bestätigt wird, er weniger Widerspruch erfährt, weil seine Annahmen meist korrekt sind oder er Widerspruch als weniger bedrohlich empfindet, weil er diesen meist mit den Waffen seines Geistes entkräften kann.

Nun fragt sich also der intelligente Mensch, ob ihn seine kognitiven Fähigkeiten glücklicher machen können, als weniger helle Geschöpfe. Mag doch ein wacher, heller Geist Zugang zu vielem ermöglichen.

Der intelligente Mensch kann sich aber dadurch auch der allgemeinen Orientierungslosigkeit in einer komplexen Welt entwöhnen. Und wird so Opfer seiner selbst. Denn was passiert mit dem intelligenten Menschen, der sich daran gewöhnt hat, korrekte Annahmen zu treffen, wenn er bei sich selbst feststellt, dass eine über sich selbst angenommene Wahrheit im Innersten erschüttert wird. Und dass er sich nicht im Ansatz verstehen kann, obwohl er doch so vieles in der Welt versteht, was anderen unverständlich ist.

Diese Erkenntnis kann fatal für einen intelligenten Menschen sein. Oder befreiend.