Monthly Archives: Juli 2015

Retrospektive II

Zeitgeschehen

Die Angst fängt in Gedanken an und wird niemals müde.
Die Angst zeigt sich in gedankenlosem Handeln, welches neue Angst hervorbringt.
Durch die Angst lernt der Mensch Geborgenheit, Ruhe und Frieden zu schätzen.
Die Angst nährt sich von ihren Kindern: Der Lähmung, Hilflosigkeit und Leere und wird so
unsterblich.

So fürchtet der Mensch die Angst.

Er geht ihr aus dem Weg, verschließt die Augen, den Mund und die Ohren.
Dadurch wird er unbewusst zu einem Diener der Angst.
Er dient ihr vor einem Thron aus Feigheit, Gleichgültigkeit und Eigennützigkeit.

Nur ein einziger
Rebell
kann
Die Angst stürzen:

Die Menschlichkeit.

Ebenfalls vor 12 Jahren im Literaturkurs entstanden und als Kontrakfaktur gedacht. Dahin gehend aber nicht stringent umgesetzt, da der Text fast durchgehend prosaisch gestaltet ist. 

Retrospektive I

Befreiung

Nur Deine Augen können mich entzücken.
Ich kann nicht leben ohne Dich zu sehen,
Und dennoch muss ich immer wieder gehen;
Ohn’ Dich in eine andre Welt entrücken.

Ein einz’ger Blick genügt mich zu beglücken,
ermöglicht mir ein tieferes Verstehen.
Auf Deinen Lippen liegt ein leises Flehen,
will mich im Innersten erdrücken.

Durch Dich in ew’ger Einsamkeit gefangen
Spür ich hier nun des Nichts Unendlichkeit.
Das Leiden lässt sich länger nicht ertragen.

Mein Herz beschleicht ein klammernd Bangen,
So such ich Rettung durch Entschlossenheit.
In tausend Stücke will ich Dich zerschlagen.

Ein Sonett, welches ich vor 12 Jahren im Literaturkurs in der Schule schrieb. Mit nicht ganz konstantem Metrum. Mein damaliger Lehrer ist kurz nach meinem Abitur sehr plötzlich verstorben. Ich habe ihm sehr viel zu verdanken, er war Inspiration und Ansporn und hat mein Interesse an Literatur und vor allem Lyrik verstärkt. Ihm widme ich die digitale Version meiner damaligen Arbeiten.

Luxus

Bei mir Zuhause,
alles meins.
Rosenduft und
Badeschaum.
Heißgebrühter
Kaffeetraum.

Antipasti und
Erinnerungen an
den Sommer in Turin.
In der Warteschleife
für Worte und
Balsam.

Ein Panther lief mir zu,
vertraut, scheint mir als
kenn ich ihn schon lange.
Fühlt sich nach Heimat an.

Die Tür zu meinem Reich,
verschlossen.
Eine Einladung nur für
Eingeweihte.

Ruhe in dieser
Exklusivität.
Stille Freude
über so viel Luxus.

Zart

Mit Fingerspitzen
Gefühl liebkosend
und vorsichtig
streichelnd
berühr’ ich sie.

Seidig glatt
die tiefen Täler,
weich geschwungen
durch die Erfahrung.

Scheue Vertrautheit,
geheime Hoffnung und
intimer Wunsch.
Geborgen in Umarmung,
Liebe-voll.

Sorgsam verstanden,
Tränen trocknend,
Blütezeit.

Verletzlich die Seele,
wunderschön
und stark.