Monthly Archives: Dezember 2013

Heimat

Alle Jahre wieder steht ein Besuch in der alten Heimat an. Mit Oma einen Kaffee trinken, durch die altbekannten und dennoch wieder fremd gewordenen Straßen schlendern, in die vorbei ziehenden Gesichter schauen, ob sich ein Erkennen einstellt. Und die Erlebnisse, die mich in Rekordgeschwindigkeit wieder in meine Kindheit und Jugend versetzen…all das was ich daran liebe, was mir Heimat ist, was mich aber auch immer in die Ferne trieb, weit weg vom Altbekannten.

Szene 1: Ein in die Jahre gekommenes, bieder-altbackenes Cafe in der Innenstadt. Der ganze Raum duftet nach gebräunter Butter; ich sehe sie förmlich von den Hefeteilchen tropfen, die in der Auslage liegen. Im spärlich besetzten Caferaum an einzelnen Tischen einzelne Damen, die ihre besten Jahre schon hinter sich gelassen haben. Eine Dame bestellt glücklich eine Sahnetorte mit einer Extraportion Sahne. Als sie später bezahlt, ist die Sahne kaum angerührt. Das kann man natürlich so nicht zurück gehen lassen, die schwäbischen Wurzeln diktieren: “Hän Se mer was zum eipackä?” Die Bedienung bringt eine Kuchenpappe und eine kleine Tüte. Die Dame kratzt die Sahne fein säuberlich aus dem kleinen Schälchen auf die Pappe, klappt diese zusammen, steckt alles in eine Tüte und dann in ihre Handtasche. “Des schmeckt mer au no schbäder.”

Szene 2: Ich laufe mit meinem Rollkoffer durch die recht belebte Innenstadt. Hier ist es so anders als in Köln. Die Frauen sind nachlässiger, aber stärker geschminkt – zumindest um die Augen. Die Nasen sind alle etwas größer, kantiger, die Kleidung weniger ausgewählt, dafür das Verhalten gelöster und weniger darauf bedacht, wer einen gerade betrachtet und wer nicht. Mein Blick streift die Passanten, vor allem die alten Herren können sich kaum von meinem Anblick lösen. Ja, auch das ist mir vertraut.

Szene 3: In einer Bäckerei, eine einzige Kundin vor mir. Zählt mühsam und ruhig den zu zahlenden Betrag in ein bis zehn Cent-Stücken auf den Tresen. Die Verkäuferin ist die Gelassenheit in Person. Danach unterhält man sich noch ein bisschen übers bevor stehende Fest, die restliche Kundschaft hat Zeit und hört zu.

Szene 4: In der S-Bahn. Jugendliche, mit hinter die Ohren geklemmten Zigaretten, spielen gelangweilt mit ihren Feuerzeugen. Checken die Passanten vor der Bahnscheibe ab, kommentieren lautstark “ey, wie hässlich die is” oder “guck dir mal den Fettsack an, höhö”. Ich werfe einen Blick auf die Jungen – unscheinbar, pickelig, von der Kraft der Langeweile angetrieben. Ich lächle in mich hinein, weil ich mich gut an mein 15 jähriges Ich erinnere. Ich war der Überzeugung mir gehöre die Welt. Was sich über die Jahre doch ändert.

Szene 5: Ich fahre durch die Straßen meiner alten Heimat. Ein bisschen was hat sich verändert, aber mein Orientierungssinn spielt ein altes Programm ab: 19 Jahre Erinnerung sind meine Landkarte. Ich bewege mich intuitiv in meinen vertrauten Radien, dennoch fühle ich mich wie ein Fremdkörper in ehemals Vertrauten. Denn mittlerweile habe ich eine neue Heimat, neue Erfahrungen, ein neues Leben. Aber hier sind meine Wurzeln, es fühlt sich gut an, wieder an diese Basis zurück zu kehren. Nur hier spüre ich die Kraft, die mir mein neues Leben an einem neuen Ort gibt. Nur hier erkenne ich, dass ich den Weg mag, den ich bisher gegangen bin. Dass ich mir ausreichend Raum gegeben habe um zu wachsen, wenn es auch manchmal weh getan hat. Ich weiß, dass mich meine Wurzeln tragen werden. Dass ich mir vertrauen kann, wenn mich die Entdeckungslust wieder packt. Ich fahre durch die Straßen meiner alten Heimat und könnte schreien vor Glück. Und dann schreie ich und lache. Und lebe.

Generationengespräch

Heute rief ich meine Oma an. Im Januar feiert sie ihren 80ten Geburtstag. Ich gebe zu, ich rufe meine Oma weitaus weniger häufig an, als sich das gehört. Und unser letztes Gespräch hat mir gezeigt, dass ich vielleicht häufiger anrufen sollte. Nur um nicht zu vergessen, wie die Perspektive eines 80 jährigen Menschen auf die Welt ist. Welche Sorgen und Nöte man dann hat und vor allem wie man seine Umgebung wahrnimmt. Das rückt die eigene Perspektive auch immer wieder gerade.

Zurück zum Telefonat. Die erste Frage meiner Oma galt meinem Liebesleben. Nun muss man wissen, dass meine Oma selbst kein Kind von Traurigkeit war, ganz im Gegenteil. Mein Opa, ihr Mann, ließ einmal (gegenüber meinem Bruder) verlauten: Wenn man so einen steilen Zahn wie meine Oma erobern wollte, dann müsse man schon auf dem Hauptgleis vorfahren. Was er getan hat. Meine Oma hat jedoch auch ab und an mal die Abstellgleise erkundet. Diesbezüglich ist meine Oma also eine aufgeschlossene Frau. Man kann als Enkelin auspacken, von den Abenteuern in der Großstadt die man da so erlebt. Und von den Abstellgleisen auf die man gerät.

Während ich meiner Oma also von meinem Liebesleben erzähle, wird mir meine eigene Freiheit bewusst. Meine Oma war eine junge, schöne Frau in den 50er Jahren. Aber sie konnte sich nicht einfach so mit einem Mann treffen, geschweige denn bei ihm übernachten. Sie konnte nicht ohne weiteres eine eigene Wohnung mieten, ihr Lebensweg war durchaus vorgezeichnet: einen Mann finden, versorgt sein, Kinder bekommen und großziehen, den Haushalt besorgen. Natürlich hätte sie auch visionäre Träume hegen können, ausbrechen können – aber das tat sie nur in kleinen Fluchten. Meine Oma war eine ganz normale, junge Frau ihrer Generation. Frauen in meinem Alter können heute so viel mehr: Alleine wohnen, ihr eigenes Geld verdienen, den Männern den Chefsessel streitig machen, sich Liebhaber nehmen passend zur Lippenstiftfarbe. Es ist nicht gesagt, dass wir dafür nicht verurteilt, beäugt oder beschwichtigt werden. Wer braucht schon eine Frauenquote; wenn eine Frau mehr als 30 Männer hatte ist sie doch gewiss ein leichtes Mädchen und warum ist die da überhaupt noch Single mit über 30? Stimmt mit der was nicht? Ja – auch das ist (immernoch) Realität. Und dennoch ist es eine freiere als die vor über 60 Jahren. Das zeigt mir, dass einige Visionärinnen mit Erfolg aus ihrer Zeit ausgebrochen sind. Und Frauen wie mir heute viel ermöglicht haben. Und ich nie aufhören sollte eigene Visionen vom Ausbrechen zu entwickeln.

Dann erzählte mir Oma, wie es ihr so geht. Natürlich die üblichen Zipperlein, die schwindenden Kräfte und mit ihnen die kleiner werdende Lebenslust. Dass eine Busfahrt in die Stadt ein halsbrecherisches Wagnis werden kann, wenn man es nicht schafft schnell genug einen Sitzplatz zu ergattern, bevor der Bus anfährt. Und dass die Stadt, in der ich mit ihr groß geworden bin, sich verändert. Die kleinen Geschäfte verschwinden, die meine Oma kannte. Wo man sie kannte. Wo man wusste, welche Kleidergröße sie trug und welchen Geschmack sie hat. Sie findet sich in den großen Kaufhäusern nicht mehr zurecht. Findet keine Verkäuferin und keinen Verkäufer die sie um Hilfe bitten könnte. Traut sich nicht mehr zu fragen. Kommt sich dumm vor, sich nicht mehr zurecht zu finden. Fängt dadurch an zu stottern. Schämt sich dafür. Wirkt plötzlich uralt.

Meine Oma war nie eine besonders mutige Frau. Aber sie hatte immer Träume. Städte bereisen, die Welt entdecken, in mondänen Hotels absteigen, leben. Sie hat immer auf jemanden gewartet, der sie bei der Hand nimmt und ihre Träume wahr werden lässt. Das wird ihr jetzt zum Verhängnis. Ihre Stadt wird modern, effizient, geschäftig. Es gibt niemanden, der sie an der Hand nimmt und sie mit nimmt. Und niemanden, der sich von ihr zeigen lassen könnte, wie schön ein selbst gepflücktes Schneeglöckchen in einer Vase sein kann, wie man eine Soße zur Formvollendung bringt und einen Nylonstrumpf wäscht, dass er für die Ewigkeit hält.

Kostbarkeiten

Neulich beschloss ich ein altes schwäbisches Kochrezept mal wieder aus der Versenkung zu holen: Geschmorte Ochsenbäckchen. Ein gediegenes Sonntagsmahl, mit viel Wein geschmort zerfallen die Bäckchen butterweich im Mund und man sitzt danach andächtig, zufrieden und glücklich-still vor seinem Teller. Nun lebe ich nicht mehr in einem schwäbischen Dorf, sondern in einer nordrhein-westfälischen Großstadt. Einschlägige Internetforen wiesen schon deutlich auf die Beschaffungsproblematik von Fleisch, welches etwas exotischer anmutet als Filet oder Oberschale, im urbanen Raum hin. Ich ignorierte die warnenden Stimmen. Vertraute fest auf die Kölschen Metzger, die sicher mit dem Klüngel auch so etwas wie Ochsenbäckchen auftreiben können. Nun, ich wurde eines Besseren belehrt. Do könne mer nix mache statt et hätt no immer joot jejange. Also keine Ochsenbäckchen. Das versetzte mich in eine Zeit zurück, in der es kein Problem war an Innereien und Co zu kommen, weil das Tier noch im Ganzen verwertet wurde und auch verwertet werden musste, damit sich die Schlachtung überhaupt lohnt. Nein, das ist keine 50 Jahre her, sondern nur 20 Jahre.

Ich bin auf dem Land groß geworden, aber nicht in einem Kuhdorf – sondern in einem Ort mit knapp 10.000 Einwohner. Und hier gab es noch Metzger, die in ihrem Wohnhaus ihren Verkaufsraum hatten und im Hinterhof die eigene Schlachtung. Mittwoch war Schlachttag – da bin ich dann immer mit Muttern einkaufen gewesen und ja, ab und an war auch der Bordstein rot gefärbt vom frischen Blut. Das hat mich nicht gegruselt, das war auch nicht martialisch – das war normal. Ich kannte den Mann, der das Tier für meine Wurst getötet hat und das war beruhigend. Weil ich die Tiere, die später meine Wurst und mein Fleisch wurden, kannte. Ich sah sie auf der Weide, im Bauernhof und später im Hinterhof des Metzgers und noch später in der Auslage des Verkaufsraums. Und zwar alles von Ihnen. Ochsenschwanz und Ochsenmaulsalat sind weitere schwäbische Spezialitäten, ebenso wie Rinderzunge. Schweinsohren und Rüssel schwammen in jeder anständigen Schlachtsuppe, die Füße wurden für eine ordentliche Brühe ausgekocht. Ein Tier ist nicht nur für sein Filetstück gestorben. Wenn ich heute in den Supermarkt gehe, dann erspart mir der findige Großhandel den Anblick von Innereien, Organen, Extremitäten. Damit ich nicht mehr daran denken muss, dass ich ein totes Tier esse, wenn ich mir ein Steak in die Pfanne haue. Warum eigentlich? Ertragen wir in unser sterilen Welt die Vorstellung nicht mehr, dass Fleischgenuss auch mit einer blutigen Schlachtung einher geht? Und mit dem Tod?

Können wir die Möglichkeit Fleisch zu essen überhaupt noch wertschätzen? Und damit das Leben, welches für unsere Wurst beendet wurde?

Meine Großeltern waren Bauern. Sie schlachteten selbst, zogen die Tiere dafür selbst groß. Mein Vater erzählte mir, dass das ganze Haus voller Würste hing, überall Konserven mit eingekochtem Fleisch im Haus standen, wenn er nach einem Schlachttag zu Besuch kam. Er kam so während seiner Studienzeit über die Runden und hat sich dort mit dem Luxusgut “Fleisch” eingedeckt. Heute gehe ich in den Supermarkt und kaufe mir 100 g Hack für 44 cent. Ein Schnäppchen, aber zu welchem Preis?

Termine

Er: “Spontan gleich oder morgen treffen ;-) ?”

Sie: Ich habe einen 9 to 5 Job, da is nix mit Spontanität!

Er: “Ha, ich diese Woche auch! Sag was, ganz geplant und ohne Spontanität.”

Sie: Was hälst du von Sonntag 15 Uhr auf ein Crepe?

Er: “Ne, wie wäre es morgen nach der Arbeit? So am Wochenende ist immer schlecht. Kann da oft nicht. Morgen ist besser. Du bist doch nicht den ganzen Abend verplant?!?”

Sie: Ja, da geht es aber leider bei mir nicht. Unter der Woche ist nämlich bei mir aufgrund Hobbies und Arbeit immer ein bisschen eng. Und ich mag keine Verabredungen unter Zeitdruck.

Er: “Krass. Dann nimmt man sich Zeit. Als wenn ich weniger zu tun hätte…Ist echt mega kompliziert mit Dir!”

Sie: Ich bin mir sicher es gibt mannigfaltig unkomplizierte Damen da draußen ;) Musst nur zugreifen. Und sich Zeit zu nehmen, bevor der/die andere “Ja ich kann auch” gesagt hat, ist immer mit einem gewissen Restrisiko verbunden.

Er: “Was für ein Risiko denn?”

Sie: Das Risiko, dass die angefragte Person keine Zeit hat für den Zeitraum, für den man sich Zeit genommen hat.

Er: “Ich habe mir ja nicht nur Zeit für morgen genommen, aber es kann ja nicht sein, dass du so nie Zeit hast. Deine Hobbies können ja nicht so wichtig sein, dass du die nicht verschieben kannst.”

Kalkulation

Das Statistische Bundesamt liefert in verlässlicher Manier mal mehr und mal weniger spannende Zahlen: Je nach Interessensgebiet. Jetzt braucht ein öffentliches Organ durchaus seine Zeit gewisse Daten zu erheben. Auch da: Mal gibt es schneller Zahlen (Wirtschaftsindex) und mal langsamer (CO2 Emissionen), auch hier: Je nach Interessensgebiet.

Aktuell liefert das Bundesamt für Statistik also frische Zahlen zum Konsumverhalten der Deutschen. Von 2011. Demnach investieren wir Deutschen 13,9 Prozent unseres Einkommens in Nahrungsmittel (hier ist übrigens auch noch der Tabakkonsum als “Lebensmittel” miteingerechnet). Um von A nach B zu kommen investieren wir übrigens genauso viel. Ich denke: Knapp 14 Prozent von Hundert ist jetzt nicht gerade viel. Vor allem wenn man nach dem Duktus eines Kochs (dessen Name mir jetzt leider entfallen ist) handelt:

Ich esse nur das, von dem ich mir auch vorstellen kann, dass es Teil meines Körpers werden soll.

Ich finde das ist ein Wort. Und ein recht griffiges Leitbild.

Nun trug sich in meiner Kantine, die ich aufgrund meiner weit höheren Konsumausgaben im Bereich der Nahrungsmittel selten aufsuche, folgendes zu:

Besucher/-in: “Was soll denn hier so ein Gericht kosten?”

Kantinenmitarbeiter: So zwischen 3,15 € und 4,80 €, wenn ‘se hier arbeiten bekommen ‘se noch ein bisschen Nachlass.

Besucher/-in: “Ne…3,15 €? Ne also wirklich, das is mir zu teuer. Die spinnen doch hier!” (zieht murmelnd-schimpfend von dannen).

Überraschung

Es knackt im Lautsprecher des überfüllten Zuges. Ruckartig schnellen die Köpfe der Reisenden in Richtung des Geräusches. Angespanntes Lauschen, genervtes Stirnrunzeln, banges Hoffen: Bitte kein umgestürzter Baum, der die Weiterreise auf unbestimmte Zeit verzögert, keine Signalstörung, die den eigenen Zeitplan außer Gefecht setzt, bitte nicht…

Eine Stimme spricht in die erwartungsvolle Stille:

Guten Morgen liebe Reisende. Im Namen des Lokführers begrüße ich Sie sehr herzlich im RE 1 Richtung Koblenz über Bonn und Remagen. Ich freue mich, dass Sie heute mit uns reisen und wünsche Ihnen eine angenehme Fahrt und einen schönen Nikolaustag.

Kollektives Ausatmen. Und vereinzelt ein kleines Lächeln auf den Lippen der Reisenden.

Wundervoll

Vor drei Jahren in einem schneereichen Berliner Winter musste ich umziehen. Raus aus Berlin, rein nach NRW. Mit der Bahn und der Post, die all das für mich in einem Paket befördern sollte, was nicht mehr in meine Tasche passte. Nun stand ich vor der Herausforderung dieses 20 kg schwere Paket zur 10 Minuten entfernten Post zu bringen. Schneegestöber vor der Tür. Ein anonymes Mehrfamilienhaus. Und ich. In der Eingangshalle stand ein Schlitten. Ich sah nur eine Lösung und hoffte inständig, dass sein Besitzer ihn für 30 Minuten entbehren kann. Also Paket auf den Schlitten und damit aus dem Haus zur Post. Ich fühlte mich wie eine Verbrecherin, jederzeit von entrüsteten Kinderaugen dabei ertappt, die mich anklagend fragen: “Was machst du denn da mit MEINEM Schlitten?”

Bei der Post angekommen gab ich mein Paket auf, kostete die Erleichterung aus, dass damit 20 kg meines Umzugs geschafft wären und eilte zurück. Stellte den Schlitten in den Hausflur und mit ihm mein schlechtes Gewissen, ob ihn jemand vermisst hat. Und dann kam mir ein wundervoller Gedanke: Warum nicht eine gute Geschichte für den Besitzer hinterlassen, welche die Abwesenheit erklärt?

Ich hinterlies eine Nachricht:

Liebe/r Schlittenbesitzer/in,
vielen Dank, dass ich deinen Schlitten ausleihen durfte! Ich musste nämlich dringend eine Ladung Geschenke ausliefern und mein eigener Schlitten ging leider kaputt. Aber dank deinem Schlitten habe ich es noch rechtzeitig geschafft alle Geschenke zu verteilen. Dein Nikolaus

Neben dem Zettel und dem Schlitten deponierte ich ein paar Pfeffernüsse, Tannenzweige und ein paar Orangen. Am nächsten Tag waren sie weg. Und mein schlechtes Gewissen hat einem guten Gewissen Platz gemacht: Nämlich dem, dass irgendwo ein Kind noch einmal fester an den Nikolaus glaubt.

Euch allen einen schönen Nikolausabend. Glauben lohnt sich.

Die nächste Generation

Seit September/Oktober ist er deutlich spürbar, der Doppeljahrgang der hoffnungsvollen Studierenden. Diese ergänzen die Pendlermassen in der morgendlichen Sardinenbüchse von Regionalexpress vortrefflich. Es ist also eng und stickig aber man ist auch wieder ganz nah dran am Bildungsnachwuchs.

Und lauscht man nun also aufmerksam den Gesprächsfetzen, die durch den Zug wabern, so wiederholt sich ein Wort. Scheinbar der Lieblingsbegriff der nächsten Generation. Inbegriff dessen, dass an den Unis unablässig das Einordnen, Bewerten und Schlussfolgern gelehrt wird. Dass es nicht mehr darum geht eine Meinung zu bilden, sondern eine zu haben. Denn das Lieblingswort, welches sich durch den Zug und die Gehörgänge der Mitreisenden windet, heißt: Im Endeffekt.